LBO-Frühjahrskonzert:
Dirigent Tappert mit einem Bier im Schaukelstuhl verabschiedet



Auf der großen Jabachhallen-Bühne: Michael Tappert dirigiert zum letzten Mal das Lohmarer Blasorchester  (Foto: Löffler)

Das 35. Frühjahrskonzert des Lohmarer Blasorchesters (LBO) am 17. März war ein ganz besonderes. Denn: Vor rund 400 Zuhörern wurde nicht nur fleißig und auf hohem Niveau musiziert, sondern nach den Auftritten des Nachwuchsensembles und des knapp 60-köpfigen Hauptorchesters auf der großen Bühne der verdiente Dirigent und musikalische Leiter Michael Tappert (55) nach fast 20-jährigem Wirken verabschiedet.


David Witsch (l.) und Michael Tappert  (Foto: Löffler)


Schon zuvor hatte Tappert seinen Nachfolger David Witsch aus Rheinbach in der Halle begrüßt; später dann erhielt Witsch vom LBO-Vorsitznden Markus Schwedes offiziell einen Taktstock überreicht. Tappert, der einen solchen nie einsetzte, wurd enach dem letzten Einsatz zum LBO-Ehrenmitglied ernannt. Danach durfte er auf der Bühne, im Schaukelstuhl unter einer Wolldecke mit Sommerhut und kühlem Bier ausgestattet, die für ihn von Karin Hennecke erdachte Gesangszugabe "Michael-Polka" aus unzähligen Kehlen genießen.

 
Bei Franz Sprenzingers "Flaschen-Polka" wurde auf der Bühne sogar mit Kölschflaschen musiziert  (Foto: Löffler)



David Witsch (r.) erhält von Markus Schwedes (M.) den Taktstock. Michael Tappert (l.) besaß gar keinen.  (Foto: Löffler)

Schon zuvor hatte im von Hansgünther Schröder munter moderierten Musik-Programm u. a. ein Instrumental-Einsatz echter Bierflaschen für beste Stimmung gesorgt.
(Klaus Löffler im Lohmarer Stadtanzeiger Ausgabe April 2018)


Spaß auf der Bühne: Michael Tappert durfte das Finale bei einem Glas Bier im Schaukelstuhl genießen.  (Foto: Löffler)

Kölschflaschen wurden zu Instrumenten

Das Lohmarer Blasorchester spielte bei seinem Frühjahrskonzert Stücke von Pop bis Polka

Lohmar. Fast 20 Jahre lang hat Michael Tappert das Lohmarer Blasorchester 79 geleitet. Sein Abschied beim Frühjahrskonzert in der Jabachhalle zeigte sich noch einmal, wie sehr der 55-jährige Dirigent sein Ensemble geprägt hat. Egal, ob Pop oder Polka, bei jedem Stück glänzte das Orchester mit hohem handwerklichem Können, großer Präzision und spritziger Interpretation. Diese Geschmeidigkeit zeigte sich schon bei dem Konzertauftakt "Musik liegt in der Luft", eine elegante luftige Interpretation des Klassikers.

Kein Niveau-Unterschied zu professionellen Orchestern war bei dem Medley aus dem populären Singspiel "Im weißen Rössl" festzustellen, bei dem der Moderator Hansgünther Schröder und das Orchestermitglied Katrin Schmidt auch als Sänger überzeugten. Eine Auswahl mit Stücken von Herb Alpert führte zurück in die große Zeit dieses Musikers, auch die Kombination aus großen Hits der Neuen Deutschen Welle wurde zur musikalischen Zeitreise. Bei den "Trompetensternen" von Ernst Hutter glänzte Michael Tappert neben Arno Steffens solistisch auch an dem Blasinstrument. Mit "Mir sein die Kaiserjäger" kamen die Freunde der Marschmusik auf ihre Kosten und das Stück "Von Freund zu Freund" zeigte, wie jung geblieben das Genre Polka ist. Als weiterer Höhepunkt erwies sich die "Flaschen-Polka", für die Kölschflaschen als Blas- und Perkussions-Instrumente zweckentfremdet wurden.



Michael Tappert (vorne) hört nach 20 Jahren als Dirigent des Lohmarer Blasorchesters auf  (Foto: Peters)

Zu Beginn des Konzerts zeigte sich vor den gut 400 Zuhörern aber auch eines der Probleme des Vereins: Das Aufbauorchester, der traditionelle Navhwuchspool, ist nur dünn besetzt. Dabei konnten schon mit soliden Grundkenntnissen populäre Stücke aus dem Blockbuster "Star Wars" oder von den Beatles überzeugend dargeboten werden. Zum 40-jährigen Bestehen 2019 hat der Verein neben dem Dirigentenwechsel also auch die Herausforderung der Nachwuchsförderung zu bewältigen.

Der Impuls zum Rückzug war von Tappert ausgegangen, betonte der Vereinsvorsitzende Markus Schwedes, der Wechsel erfolge im besten Einvernehmen. Michael Tappert wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Ab April ist dann David Witsch neuer musikalischer Leiter.
(Markus Peters im Rhein-Sieg-Anzeiger, 20.03.2018).

Neuer Dirigent beim Lohmarer Blasorchester

David Witsch übernimmt ab Frühjahr 2018

Seit Frühjahr 2017 stand fest, dass der langjährige Dirigent und musikalische Leiter beim Lohmarer Blasorchester, Michael Tappert, seine Funktion sowohl beim Hauptorchester als auch beim Aufbauorchester abgeben würde. So schrieb der Verein diese Stelle in den einschlägigen Medien aus und nach vielen Gesprächen und Verhandlungen stand dann der neue Dirigent, David Witsch aus Rheinbach, fest. Er überzeutgte bereits beim Probedirigat die Musiker undum. Somit wird Herr Witsch wie geplant nach dem Frühjahrskonzert (17. März 2018) den Taktstock von Michael Tappert übernehmen. Letzterer bleibt dem Verein allerdings weiter erhalten, er wechselt als Musiker in das Trompetenregister.

Zur Person:


David Witsch (28) aus Rheinbach

David Witsch ist 28 Jahre alt, hat neben der Schule das C-Examen für Kirchenmusik gemacht, nach dem Abitur den Wehrdienst beim Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg absolviert und anschließend an der Universität Bonn sowie der Musikhochschule Köln die Fächer Tonsatz, Hörerziehung, Saxophon und Musikwissenschaft studiert. Beruflich tätig ist er u. a. als Dozent an der Universität Bonn, als Komponist und Arrangeur für Blasmusik sowie als Dirigent bei zwei Musikvereinen, von denen eine Verpflichtung zum Jahresende ausläuft, so dass er die zeitlichen Kapazitäten hat, sowohl das Hauptorchester wie auch das Aufbauorchester des LBO zu übernehmen.

(Stadtecho Lohmar, 29. Dezember 2017)

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