Konzertfahrt des LBO in die Partnerstädte Pompey und Frouard
29.09.2026

Konzertfahrt des LBO in die Partnerstädte Pompey und Frouard

Was lange währt, wird endlich gut! Nachdem sich das Lohmarer Blasorchester bereits im Vorjahr – leider erfolglos – darum bemüht hatte, eine Fahrt in unsere französischen Partnerstädte mit einem Konzertauftritt zu organisieren, war es am Wochenende vom 25. bis 27. Oktober 2026 endlich soweit. Dank der tatkräftigen Unterstützung von PLuS Europa und seinem französischen Pendant CIFA konnte die Reise realisiert werden.

Bei strahlendem Spätsommerwetter machten sich die Musikerinnen und Musiker des LBO am Freitagnachmittag auf den Weg nach Frankreich. Nach der Ankunft und dem Einchecken im Hotel stand bereits die erste Probe mit dem „Orchestre Intercommunal du Bassin de Pompey“ auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein reines Projektorchester, das sich mehrmals im Jahr zu Proben und Auftritten zusammenfindet. Es besteht aus besonders erfahrenen Musikerinnen und Musikern aus dem Gemeindeverbund von 13 Orten der Umgebung.

Im Anschluss luden unsere französischen Gastgeber noch zu einem kleinen Empfang mit Imbiss und Getränken ein – eine schöne Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen und bestehende Bekanntschaften aufzufrischen.

Ausflug nach Rozélieures und Lunéville

Am Samstag stand zunächst ein Ausflug nach Rozélieures auf dem Programm. Im dortigen Maison de la Mirabelle erfuhren wir bei einer Führung mehr über die Mirabelle, ihre Geschichte und ihre Bedeutung für die Region – anschaulich vermittelt in Bild und Ton und natürlich abgerundet durch eine Verkostung.

So konnten wir hausgemachte Mirabellen-Tortelettes und Destillate ebenso genießen wie verschiedene alkoholfreie Mirabellenprodukte. Die Mirabelle ist die typische Obstsorte Lothringens; rund 70 Prozent der weltweiten Ernte stammen aus der Region.

Anschließend ging es weiter nach Lunéville, wo wir das dortige herzogliche Schloss mit seinem berühmten Garten besichtigten. Der Zufall wollte es, dass direkt vor dem Schloss gerade das alljährliche Kürbisfest stattfand. Damit bot sich uns die Gelegenheit, an zahlreichen Ständen verschiedenste Kürbisprodukte zu bestaunen, einzukaufen und natürlich auch zu probieren.

Gut gestärkt und mit vielen neuen Eindrücken ging es anschließend zurück nach Frouard, wo die körperliche und mentale Vorbereitung auf das abendliche Konzert begann.

Zwei Orchester – zwei musikalische Facetten

Das gemeinsame Konzert fand im Salle de l’Ermitage, einer modernen Veranstaltungshalle im Zentrum von Frouard, statt. Seinen besonderen Reiz erhielt der Abend vor allem durch die sehr unterschiedlichen musikalischen Welten, die beide Orchester auf die Bühne brachten. Das französische Ensemble begeisterte mit modernen Jazz- und Funkstücken. Unterstützt wurde es dabei von E-Gitarre, Keyboard und einem kräftigen Schlagzeug sowie einer weiblichen Gesangsgruppe. Die gesamte Darbietung wurde technisch verstärkt und professionell abgemischt. Einen reizvollen Kontrast dazu bildete das LBO mit seinem unverstärkten und melodiösen Klang. Auch bei der Stückauswahl spannte das Lohmarer Orchester einen weiten musikalischen Bogen und zeigte damit eine ganz andere Facette der Blasmusik. Gerade diese Unterschiede machten den Konzertabend zu einem besonderen Erlebnis. Das Publikum zeigte sich von der Vielfalt und der unterschiedlichen Präsentation der Musik begeistert. Dass die Musik verbindet, zeigten beide Orchester dann auch bei den abschließenden drei Stücken, die gemeinsam vorgetragen wurden.

Das Konzert war hervorragend vorbereitet. Die CIFA hatte eigens Plakate drucken lassen, die technische Ausstattung vor Ort war ausgezeichnet und auch das Publikum war zahlreich erschienen. Begrüßt wurden die Gäste und Musiker durch die Bürgermeister von Pompey, Frouard und Champigneulles, die in ihren Ansprachen noch einmal die Bedeutung der Städtepartnerschaft hervorhoben und den europäischen Gedanken würdigten.

Gemeinsamer Abend mit französischen Freunden

Nach dem Konzert hatten die Gastgeber noch ein gemeinsames Abendessen für die Musikerinnen und Musiker beider Orchester vorbereitet. Bei Buffet und Getränken wurden alte Bekanntschaften aufgefrischt und viele neue Kontakte geknüpft. Besonders die beiden Dirigenten des französischen Orchesters, Florence und Christophe, waren von der Idee begeistert, ein solches gemeinsames musikalisches Ereignis bei einem Gegenbesuch in Lohmar zu wiederholen. So klang der Abend mit dem schönen Gefühl aus, gemeinsam etwas Besonderes geleistet zu haben – und zugleich mit dem Eindruck einer tiefen Verbundenheit, die weit über das gemeinsame Musizieren hinausgeht.

Sonntag in Nancy

Der Sonntag stand schließlich ganz im Zeichen der lothringischen Metropole Nancy. Bei einer Stadtführung durch das historische Zentrum erfuhren wir viel über die Geschichte der Stadt und erhielten zahlreiche detaillierte Erläuterungen zu den beeindruckenden barocken Gebäuden, Gärten und Plätzen.

Anschließend blieb noch genügend Zeit, Nancy auf eigene Faust zu erkunden, durch die Straßen zu bummeln oder die vielfältige Gastronomie zu genießen.

Nach diesem abwechslungsreichen Wochenende mit herrlichem Wetter, viel Musik, zahlreichen Begegnungen und vielen schönen Eindrücken machten wir uns am Abend wieder auf den Weg nach Lohmar und kamen wohlbehalten zurück. Abschließend möchten wir noch einmal ausdrücklich die großartige Unterstützung von PLuS Europa und die hervorragende Organisation der CIFA, insbesondere rund um deren Präsidenten Claude Rombach, hervorheben. Ohne diese Unterstützung wäre diese Reise in dieser Form nicht möglich gewesen.

Wir durften ein wunderschönes Wochenende erleben, das uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird – als musikalisches Erlebnis, als Begegnung mit unseren französischen Freunden und vor allem als gelebte europäische Partnerschaft.