Presse
Geballtes Können und kraftstrotzender Sound
Viel Beifall für das Lohmarer Blasorchester beim Frühlingskonzert in der Jabachhalle
Von Ingrid Bäumer
Lohmar. Es ist schon etwas Ungewöhnliches in einer Zeit extremer Individualisierung: über Monate hinweg in einer großen Gruppe gemeinsam etwas erarbeiten, sich mühen, nur langsam vorankommen. So wie es das Lohmarer Blasorchester tut. Doch wenn das Ergebnis gelingt, ist das der Lohn aller Mühen. Und so dürfte für die Musiker das Erfolgserlebnis am Ende des großen Frühjahrskonzerts am Samstagabend in der Jabachhalle beträchtlich gewesen sein. Das Orchester bildete den Auftakt zu den Lohmarer Kulturtagen. Und bereitete Freunden der Blasmusik ein Fest. Den Anfang machte das Aufbau-Orchester. Nachwuchs-Musiker (auch solche älteren Semesters) trauten sich mit der Frucht ihrer Probenarbeit auf die Bühne, spielten „Bohemian Rhapsody“ und „Disney’s Magical Marches“. Auch wenn nicht jeder Ton saß, nicht jeder schnelle Lauf perfekt gelang: Viel Potenzial war hörbar. Das Hauptorchester zeigte dann mit seinem geballten Können, wohin der weg geht. Geradezu programmatisch die Wahl des ersten Titels: „Viribus Unitis“, mit vereinten Kräften. Der Marsch von Josef Bach aus dem Jahr 1979 (übrigens das Gründungsjahr des Blasorchesters) hat ein etwas moderneres Gepräge, bietet nicht nur kraftstrotzenden Bläsersound, sondern auch viele leise, sanfte Passagen. Das Orchester meisterte diese Wechsel unter der kundigen und erfahrenen Leitung von Dirigent Michael Tappert mit Bravour. Auch bei der Ouverture aus der Operette „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppé fügte sich alles ins Bild, nichts fiel aus dem Rahmen. Der Beifall war so verdient wie reichlich. (Rhein-Sieg-Anzeiger vom 31.03.2014)

Das Frühlingskonzert des Lohmarer Blasorchesters war ein Genuss für Freunde der Blasmusik.
Doppelorchester aus Lohmar und Dattenfeld
VON JÜRGEN MORICH
Schon die beachtliche Zahl von 17 Trompeten zeigt, welch gewaltige Klangkraft auf der Bühne der Jabachhalle versammelt war. Das von Micheal Tappert dirigierte Lohmarer Blasorchester hatte sich für sein Herbstkonzert mit dem Siegtaler Bläsercorps Dattenfeld (aus der Gemeinde Windeck) vermischt.
Hansgünther Schröder, leiter der Datenfelder Bläser, war in Lohmar schon seit Jahren als Moderator bekannt. Auch bei diesem Gemeinschaftskonzert erläuterte er mit seinen humor- und kenntnisreichen Texten die aufgeführten Musikstücke. Von "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch" über das beste von Eric Clapton ging das Programm bis zu "Les Humphries in Concert". Mit dem "Bozener Bergsteigermarsch" verabschiedeten sich beide Orchester von dem sehr gut unterhaltenen Publikum.
Lohmarer Blasorchester und Siegtaler Bläsercorps auf der Jabachhallenbühne
(Foto: Morich)
Abschied nehmen musste das Lohmarer
Blasorchester auch von Leo Krieger, seinem Mitgründer und Ehrenvorsitzenden: Er
war am 2. Oktober im Alter von 82 Jahren nach einer langen Krankheit
verstorben.
(Lohmarer Stadtanzeiger vom November 2013)
Von Bugs Bunny und Bergsteigern
Blasorchester und Bläsercorps zum mächtigen Klangkörper vereint
VON PETER LORBER
Lohmar. Das Blasorchester Lohmar und das Siegtaler Bläsercorps sind jedes für sich Vorzeigeorchester. Wie sich beide gemeinsam anhören, erlebten in der Jabachhalle jetzt rund 200 Gäste. Der Zuspruch hätte besser sein können, hieß es seitens der Veranstalter.
Die Musikerinnen und Musiker und die beiden Dirigenten Michael Tappert (Lohmar) und Hansgünther Schröder kümmerte dieser Umstand wenig. Waren doch die Leistungen ausnahmslos großartig.
Die Aggerstädter legen seit längerem Wert auf Zusammenarbeit mit anderen Musikvereinen, die Bündnisse münden regelmäßig in gemeinsamen Herbstkonzerten. Bei diesen hat sich Schröder schon oft in Szene gesetzt. Nämlich als versierter Moderator, der den Gästen stets eine geballte Ladung Hintergrundwissen auf den Nachhauseweg mitgibt. Das machte er auch diesmal - locker und stets Charme versprühend. Heuer glänzte er zudem als Dirigent, der Feines mit seinem Orchester einstudiert hatte.
De Haans Filmmusik "La Storia" etwa oder das "Simon and Garfunkel" - Medley mit seinen Ewigkeits - Hits wie "Bridge over troubled Water", "Sounds of Silence", "The Boxer". Tappert setzte mit seinen Lohmarern auf swingende Dixie - Klänge oder die Hommage an den frechen Meister Lampe und Co. Jedenfalls wurden in "Bugs Bunny and Friends" die Erinnerungen wach an Zeichentrickfilme wie die "Bunny Show" oder "Tom und Jerry".
Rund 100 Musiker standen und saßen beim Konzert des Lohmarer Blasorchesters
und des Siegtaler Bläserscorps auf der Bühne
(Foto: Mischka)
Bei den sechs gemeinsamen Stücken standen und saßen knapp 100 Musiker auf der Bühne. Die Klangstärke war da körperlich auszumachen, besonders bei den Märschen, die nach wie vor die Filetstücke der Blasmusik sind. Das zeigte eingangs der "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch" mit seinem bedächtig schreitenden Takt, auf den sich eine nach und nach prächtig werdende Klangfülle aufbaut. Beim finalen "Bozener Bergsteigermarsch", der auch "Südtirollied" heißt und als inoffizielle Hymne des Landes gilt, durfte der mitreißende Schwung ein weiteres Mal genossen werden.
Doch verstand sich die Gemeinschaft auch
auf Popmusik, wie sie mit "Les Humphries in Concert" demonstrierte. Jedenfalls
kam bei "Mama Loo", "Mexico" und "Old Man Moses" sichtbar Bewegung in die
Zuschauerreihen. Zum leisen Mitsingen animierten die Hits sowieso.
(Rhein-Sieg-Rundschau vom 31.10.2013)