Presse
Mit Gulliver auf Reisen gegangen
Blasorchester leistete Großartiges von "Alte Kameraden" bis Eric Clapton
VON PETER LORBER
Lohmar. Viele wohltuende Momente gab es beim Frühlingskonzert des Lohmarer Blasorchesters in der Jabachhalle. Auch schon im Foyer, als sich die Kleinsten des Aufbauorchesters auf ihren Auftritt vorbereiteten. Da war nichts von Nervosität zu spüren, eher eine angespannte Fröhlichkeit. Josephine, das Nesthäkchen des Ensembles, zeigte stolz ihre Querflöte, bei der das Mundstück um 180 Grad abgewinkelt ist, weil die Ärmchen der Achtjährigen noch zu kurz sind, um die gesamte Flötenlänge zu greifen. Die Unbefangenheit der Kinder setzte sich auf der riesigen Bühne fort, wo sie sich mit sorgfältig ausgesuchten Stücken, darunter ein schwungvolles "Oh when the saints" und das optimistische "Frühling", den verdienten Applaus erspielten.
Dirigent Michael Tappert führte den Stab mit sichtbarem Respekt gegenüber den Nachwuchskünstlern. Langfristig sichert die Philosophie einen Vorrat an technisch und musikalisch gut ausgebildeten jungen Menschen. Was schließlich dazu führt, dass sie sich später nahtlos ins Hauptorchester einfügen können.
Jenes leistete Großartiges an diesem Abend vor knapp 500 Genre-Liebhabern. Gleich mit dem Eingangsstück "Alte Kameraden" demonstrierten die Musiker große Spielfreude und verliehen dem Klassiker diese jubelnde Pracht, die ihn zu einem der berühmtesten Märsche überhaupt machte. Wunderschön gelangen die forsch voranschreitenden Parade-Elemente und die Übergänge zu den melodisch wiegenden und liedhaften Abschnitten. Lob gab es dafür von einem ,der weiß, wie schwer und Atem raubend dieses Stück auszuführen ist, nämlich von Hansgünther Schröder, der sich als versierter Dirigent an der Oberen Sieg einen Namen gemacht hat. Seit langem aber auch als wortgewaltiger Moderator, dessen kurzweilige Ausflüge in die Musikgeschichte immer wieder Freude bereiteten.
Vielseitigkeit und musikalisches Einfühlungsvermögen demonstrierte der rund 70 Personen umfassende Klangkörper mit "Gulliver's Reisen" (Bert Appermont), bei dem Tappert die gegensätzlichen Bilder mit den passenden Farben, einmal kräftig, dann wieder in zartem Pastell ausmalen ließ. So tanzten im ersten Satz "Lilliput" vergnügt die Zwerge umher, das "Land der Riesen" setzte auf mächtiges Blech und Schlagwerk, bei der "Schwebenden Insel" herrschten dann verträumte Töne vor, während beim "Land der Pferde" der Eindruck galoppierender Rösser vermittelt wurde.
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Vor 500
Zuhörern gab das Lohmarer Blasorchester in der Jabachhalle sein großartiges
Frühlingskonzert |
Vom Tempo lebt Brahms' "Ungarischer Tanz Nr. 5", das aber erst einmal durchgehalten werden will. Auch hier ernteten die Protagonisten Pluspunkte, wobei die Flöten für die federleichten Ornamente dickes Lob verdienten. Als Solistin bewährte sich Alexandra Janssen mit ihrem Es-Alt-Saxophon bei Morrisseys "Nightfall". Souverän und virtuos meisterte die junge Musikerin, die Erfolge beim Wettbewerb "Musizierende Jugend" vorweisen kann, ihren Part.
Für jeden Geschmack etwas lautete dann die
Devise. So gab es etwa mit "Golden Swingtime" famosen Bigband-Sound, das Eric
Clapton-Medley begeisterte vor allem die 68er, während beim "Fluch der Karibik"
die Kinofreunde auf ihre Kosten kamen. Die Klassik-Liebhaber indes waren von
"Gershwin in concert" angetan, bei dem Tappert gleichermaßen den symphonischern
Glanz und den fetzigen Jazz herausarbeitete.
(Rhein-Sieg-Rundschau vom 31.03.2010)
Musikalisch das Frühjahr begrüßt
Lohmarer Orchester begeistert mit traditionellem Konzert
Lohmar. Bereits zum 27. Mal lud das Lohmarer Blasorchester zum Frühjahrskonzert und wieder strömten die Besucher in die Jabachhalle. Für die Musiker selbst ist dieser Auftritt immer der Höhepunkt des Jahres, denn sie bereiten sich mit zahlreichen Sonderproben auf das Ereignis vor. Und das hatte es auch diesmal in sich.
Den Auftakt machte das Aufbauorchester und
brachte seine musikalischen Fortschritte zu Gehör. Danach gehörte den
rund 60 Musikern des Hauptorchesters die Bühne.
Unter der Leitung von Michael Tappert faszinierten die Mitglieder zwischen zwölf
und 75 Jahren mit einer musikalischen Vielfalt, die von der Marschmusik bis zum
Rock von Eric Clapton reichte. Für einen Höhepunkt sorgte die erst 15-jährige
Saxophonistin und Siegerin des Wettbewerbs "Jugend musiziert", Alexandra
Janssen, mit einer Solo-Darbietung. Verdienter Applaus für "Nightfall" von John
J. Morrisey.
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(Fotos: Kieras) |
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Für die unterhaltsame und informative Moderation zwischen
den einzelnen Darbietungen war Hans-Günther Schröder verantwortlich, der das
Publikum souverän durch den Abend begleitete und seine Ankündigungen mit
zahlreichen Anekdoten zu Titeln und Musikern würzte.
Das Frühjahrskonzert des Blasorchesters ist und bleibt musikalischer Genuss auf
höchstem Niveau.
(pk in Siegburger Wochenende vom
27.03.2010)
Mit Freude musiziert
Das Lohmarer Blasorchester 79 hat beim traditionellen großen Frühlingskonzert in der Jabachhalle eine reichhaltige Palette an Vertonungen geboten.
VON IRIS ZUMBUSCH
Lohmar - Das große Frühlingskonzert des Lohmarer Blasorchesters 79 bildet traditionell den Höhepunkt des musikalischen Schaffens für den Verein. In zahlreichen Sonderproben wird die ausgewählte Musikliteratur intensiv einstudiert.
Dass ausdauernde Probenarbeit sich „auszahlt“, davon konnten sich die Besucher in der Jabachhalle einmal mehr überzeugen. Die Bläser unter der Leitung von Michael Tappert präsentierten sich in Bestform. In der 31-jährigen Vereinsgeschichte war es übrigens das 27. Frühlingskonzert.
„Die Musik zielt darauf hin, das Herz mit edlen Gefühlen zu füllen“, zitieren die Lohmarer Bläser in einem Flyer ihres Vereins den chinesischen Philosophen Konfuzius. Offensichtlich haben sich die Bläser den weisen Satz tatsächlich zu Herzen genommen. Die Musizierfreude war jedenfalls von Konzertbeginn an offensichtlich. Dabei forderte bereits der Auftakt mit dem bekannten Marsch „Alte Kameraden“ des deutschen Militärmusikers Carl Teike (1864-1922) von den rund 60 Bläsern Hochleistung und unbedingte Konzentration. Als Ersthonorar für „Alte Kameraden“ habe der Komponist überdies 20 Mark und eine Gans erhalten, wusste Moderator Hans-Günther Schröder humorvoll über Carl Teike zu berichten.
Die Auswahl der Vertonungen gestaltete sich prall und reichhaltig. Mit der musikalischen Fantasie „Gullivers Reisen“ von Bert Appermont, nach der berühmten Vorlage von Jonathan Swift, brachten die Bläser klangvolle musikalische Farbenpracht in den Saal. Auch die Vertonung des Ungarischen Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms ließ die Herzen der Zuhörer höher schlagen.
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Alexandra Janssen hat bereits Preise gewonnen. (Foto: Iris Zumbusch) |
Die junge Bläserin Alexandra Janssen begeisterte auf dem Es-Alt Saxophon mit dem Solipart in dem Stück „Es wird Nacht“ von John Morissey. Alexandra Janssen hat im Januar 2009 einen 2. Preis im Regionalwettbewerb gewonnen und im November 2009 mit ihrer Band den 1. Preis bei „musizierende Jugend-Rhein-Sieg-Kreis“ belegt. Dass im Lohmarer Blasorchester im Übrigen junge musikalische Talente besonders gute Entfaltungsmöglichkeiten haben, hatten bereits die jungen Bläser des Nachwuchsorchesters mit herausragenden Darbietungen vor dem Auftritt des großen Orchesters glanzvoll bewiesen.
Durchweg zeigten die erfahrenen Bläser musikalische Präsens und anspruchsvolle Ausformung der Werke. Da gerieten auch Arrangements zu „Gershwin in Concert“ oder zu „The cream of Clapton“ zu wahren Hörgenüssen. Erinnerungen an unvergessenen Rock- und Bluesballaden wurden wach.
Das Frühlingserwachen mit dem Lohmarer Blasorchester kann
sich mühelos in die Riege der hochkarätigen Darbietungen in der Region
einreihen.
(Rhein-Sieg-Anzeiger vom 24.03.2010)
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(Foto: Iris Zumbusch) |




